Schafwolle - was ist das?

 

Das Schaf ist dem Menschen als Nutztier seit sehr langer Zeit in vielen Bereichen behilflich früher gar unentbehrlich. So pflegt es nicht nur die Landschaft, sonder u.a. Fleisch, Milch, Felle, Leder und Schurwolle. Viele Mythen und Legenden ranken sich ums Schaf und seine Wolle. Aber auch Schauergeschichten, die hauptsächlich von der "Kunstfaser-Fraktion" verbreitet werden. Um auch unbedarften Interessenten sachliche Informationen zu geben, nachfolgend eine Publikation der

 

Bayer. Wollerzeugergemeinschaft w.V.

Haydnstr. 11, 80336 München

Email: LV.SchafeBY@t-online.de

 

 im Wortlaut.

 


Schafwolle - was kann sie?

1 kg Wolle kann etwa 200 g Wasser aufnehmen, ohne sich dabei nass anzufühlen. Dabei wird Wärme abgegeben, was sie zur begehrten Faser für Bekleidung, Bettwaren und Dämmstoffe macht.

 

Wolle ist schwer entflammbar - sie entzündet sich erst bei 560°C - was man sich für Sicherheitskleidung und Dämmmaterialien zu Nutze macht, was aber auch bei Bettwaren für Sicherheit sorgt. 1 kg Wolle enthält ca. 19l Luft zwischen den Fasern. Damit fühlt sie sich nicht nur füllig und warm an, sondern isoliert hervorragend gegen Kälte und Wärme.

 

Wolle wirkt antistatisch und kann viele Stäube und Schadstoffe in der Raumluft binden, was Allergien entgegen wirkt.

 

Wolle ist schmutzabweisend und knittert nicht so schnell, der Pflegeaufwand ist deshalb gering. Wollfasern sind viermal feiner als das menschliche Haar. Aufgrund der Kräuselung sind sie besonders weich und elastisch.

 

Wollfasern unterscheiden sich von den übrigen Tierhaaren durch Hohlräume im Inneren. Im Gegensatz zu den mit Mark gefüllten Haaren bewirken diese Luftkammern die besonderen, physikalischen Eigenschaften der Schafwolle. Im Laufe von Jahrtausenden sind durch planmäßige Selektion Schafrassen entstanden, bei denen im Unterschied zu den Wildschafen kein jährlicher Haarwechsel auftritt, sodass man die Wolle "ernten" kann.

 

Ein Hausschaf wird in der Regel einmal jährlich geschoren und liefert, je nach Rasse, 3 - 4 kg Rohwolle.

 

Nach Grobreinigung, Sortieren, Waschen und Kämmen steht davon etwa die Hälfte als so genannte Reinwolle zur weiteren Verarbeitung zur Verfügung.

Je nach Feinheit, Länge, Kräuselung, Ausgeglichenheit und Farbe werden daraus Strickwolle, Tuche, Betten, Teppiche, Filze, Dämmstoffe u.v.m. hergestellt.